ASUS ROG Phone im Langzeit-Test: brachiale Leistung, 90Hz-Display und jede Menge Gaming-Spaß
  • Display
  • RAM/Speicher
  • Prozessor
  • 6" OLED / 90 Hz / 1ms
  • 8 GB/128 GB
  • Snapdragon 845 (OC)

ASUS ROG Phone im Langzeit-Test: brachiale Leistung, 90Hz-Display und jede Menge Gaming-Spaß

Zuletzt aktualisiert am

Das gefällt uns

  • brachiale Leistung
  • helles, schnelles und sehr gutes Display
  • gute Verarbeitung
  • satter Stereo-Klang
  • gute Hauptkamera
  • cooles UI mit Gaming-Features
  • viele Anschlüsse

Das gefällt uns nicht

  • keine Speichererweiterung möglich
  • Fotoqualität der Weitwinkelkamera

Ich hatte es auf der Gamescom 2018 im Hands-on und nachdem es gefühlt eine Ewigkeit gedauert hat, bis es auf den Markt kam, war es endlich soweit. Das ROG Phone hat mich seit Ende November 2018 für einen ausgiebigen Test drei Monate lang begleitet. Den guten Ersteindruck hatte ich ja bereits als Video festgehalten.

Für alle Neulinge: Mit der Republic of Gamers-Serie bietet ASUS begehrenswerte PCs, Notebooks, Monitore und Co. für Technikbegeisterte an, die auf der Suche nach optisch teilweise abgefahrenen Geräten mit hoher Leistung sind. ASUS hat mit dem ROG Phone Ende 2018 eine neue Gaming-Smartphone-Reihe eröffnet. Viele Gamer stellen sich aber trotzdem und zurecht die Frage: Smartphone-Gaming – macht das überhaupt Spaß und benötigt man dafür wirklich ein Gaming-Smartphone? Und vermutlich am wichtigsten: Kann das ROG Phone ein generisches Flagship auch abseits der Leistung übertrumpfen?

Inhalt:

Technische Details

Technische Daten vom ROG Phone
Software Android 8.1 Oreo – eigene Oberfläche (ROG UI)
Prozessor vorselektierter Qualcomm Snapdragon 845 (8 Kerne – übertaktet auf bis zu 2,96 GHz)
Grafikchip Adreno 630
Arbeitsspeicher 8 GB LPDDR4X
Speicher 128/512 GB UFS 2.1 (intern), nicht erweiterbar
Display 6,0 Zoll AMOLED-Display
90 Hz, 1ms
550 nits Helligkeit, HDR
FHD+ (2160 x 1080 Pixel, 402,5 PPI)
18:9-Format
Gorilla Glas 6
Kamera Rückseite:
Sony IMX363
12MP (f/1.8, 1.4um) + 8MP (f/2.0, 1.12um), 120° Weitwinkel
2160p@60FPS
PDAF, EIS, LED-Blitz
Vorderseite:
8MP (f/2.0, 1.12um)
1080p
Anschlüsse USB 3.0 Typ-C
Konnektivität LTE, 1.000 Mbit/s DL/150 Mbit/s UL
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 & 5 GHz)
WLAN 802.11ad (60 GHz)
Bluetooth 5.0
GPS, AGPS, GLONASS, BDS
NFC
SIM Kartenslot: dual
Kartengröße: Nano
Bedienung 10-Finger-Multitouch und Glove Touch, Fingerabdrucksensor auf der Rückseite
Sensoren Fingerabdruck-Sensor (0,3-Sekunden-Entsperrung, 5 Fingerabdrücke), Gesichtserkennung, Beschleunigungssensor, elektronischer Kompass, Gyroskop, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, AirTrigger-Ultraschallsensor
Akku 4000 mAh mit Schnelllade-Funktion
Quick Charge 4.0, Hypercharge
Maße 76,2 × 158,8 × 8,7 mm
Gewicht 200g
Preis 899,- €* (noch nicht bei uns im Shop erhältlich)

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Üppiger Lieferumfang samt 30W-Netzteil

ASUS spricht mit dem ROG Phone gezielt die Gamer unter den Smartphone-Nutzern an. Das wird schon bei der Verpackung deutlich. Statt schmalem Standard-Karton gibt es beim ROG Phone einen vergleichsweise großen Karton mit etwas ungewöhnlicher Form im ROG-Look. Ein genauer Name fällt mir für die Form nicht ein, aber die Verpackung sieht schon ziemlich cool aus. Verziert ist das Ganze natürlich mit rot glänzenden ROG-Logos und schwarzen Leiterbahnen.

asus rog phone

Wenn ihr die magnetisch verschlossene Verpackung öffnet, breitet sich auf eurem Schreibtisch ein einzigartiges „Gaming-Arsenal“ aus. Links findet ihr eine kleine Schachtel mit dem Zubehör in Form von In-Ear-Kopfhörern, sechs unterschiedlichen Silikon-Aufsätzen und Silikoneinsätzen für den seitlichen USB-Anschluss. Vorbildlich: Das 30 Watt-Netzteil mit der Hypercharge-Funktion samt ummanteltem Ladekabel ist im Lieferumfang mit dabei.

asus rog phone

Falls ihr euch wundert, wo sich Papierkram und Simkartenslot-Öffner verstecken – diese befinden sich in einer weiteren kleinen Verpackung unter der Schachtel links. Man bekommt sie jedoch nur schwer aus der Vertiefung. Ein hübsches Handbuch wartet dort mit 14 unterschiedlichen Sprachen auf. Auf der rechten Seite befindet sich ein bisher einzigartiges Gimmick für ein Smartphone: der ansteckbare Lüfter. Dazu mehr im Kapitel Kühlung und Akku.

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Mächtiger, aber anschmiegsamer Brocken

Kommen wir aber vorerst zum ROG Phone an sich, das in der mittleren Vertiefung der Verpackung sitzt. Wäre die Verpackung eine Lootbox, dann würde das Smartphone jetzt in gleißendem Licht schimmern. Ja, man kann zum Glück nicht alles haben. Schon beim ersten Herausnehmen wird klar, dass das Gaming-Smartphone mit 200 Gramm ordentlich Gewicht auf die Waage bringt. Bedingt durch die gläserne und leicht abgerundete Rückseite liegt es aber gleichzeitig sehr geschmeidig in der Hand. Hohes Gewicht wirkt für mich zudem immer hochwertig. Es macht aber auch klar, dass das Phone ohne Hülle besser wie ein rohes Ei behandelt werden sollte. Ein Sturz dürfte vermutlich schon aus geringer Höhe für eine Spider-App an Vorder- oder Rückseite sorgen.

asus rog phone

Das Design der Verpackung setzt sich quasi auf dem Smartphone fort. Silberne Leiterbahnen durchziehen die graue Rückseite, auf der alles sehr markant und gerade gestaltet wurde. Von rechts zieht sich eine dreieckige Kunststofffläche in die Glasrückseite. Auf dieser befinden sich orangefarbene Gitter für die Belüftung. Der Fingerprintreader wurde komischerweise etwas nach rechts versetzt platziert, was insbesondere für Linkshänder ungewohnt sein könnte. Dieser ist übrigens sehr schnell, wenn auch nicht „Huawei-rasant“. Bis auf ein, zwei kleine Zickereien hat er in den drei Monaten auch stets zuverlässig seinen Dienst verrichtet.

asus rog phone

Größter Eyecatcher ist auf der Rückseite aber sicherlich das leuchtende Logo, das ASUS Aura RGB unterstützt. Ihr könnt also bspw. Farben im Wechsel, statisch oder mit einem Stroboskop-Effekt leuchten lassen und das Ganze – falls ihr mal wieder mit eurer ASUS Aura-Gang unterwegs seid – sogar mit anderen ROG Phones synchronisieren. Neben der Helligkeit und der Wiederholfrequenz lassen sich natürlich ebenfalls alle Farben einstellen. Wer seinen Akku und die Nerven der Mitmenschen schonen möchte, kann die Beleuchtung aber auch einfach deaktivieren.

Der Rahmen ist aus Aluminium und fühlt sich bedingt durch die mittig am Rand verlaufende Kante sehr massiv an. Lautstärkewippe und Powerbutton befinden sich beide auf der rechten Seite, letzterer ist genau in der Mitte angebracht. Dank der hohen Bauart und der klaren Kanten lassen sie sich sehr deutlich erfühlen. Auf der linken Seite befinden sich der Simkartenslot und der seitliche USB-C-Anschluss, der ein ungewöhnlich breites Format besitzt. Standardmäßig ist dieser mit einem Silikonstöpsel belegt, der sich ohne lange Fingernägel nur schwer aus der Lücke pulen lässt.

Der normale USB-C-Anschluss wurde mit dem 3,5mm-Klinkenanschluss auf der Unterseite angebracht. Der USB-Anschluss ist hier aber ausgerechnet nicht mittig verbaut und fällt damit etwas aus der Norm. Das kann bei diversem Zubehör – wie in meinem Fall einer spezifischen Handyhalterung im Auto – auch mal problematisch werden. Da sich der Anschluss direkt über einer Kunststoffhalterung befindet, kann ich das Smartphone während der Fahrt nicht laden.

Die symmetrische Vorderseite besteht zum größten Teil aus Display, das durch Gorilla Glas 6 geschützt wird. Eine Notch gibt es glücklicherweise nicht, dafür sind die Rahmen oben und unten etwas breiter als es der Standard Ende 2018 / Anfang 2019 ist. Die Stereo-Lautsprecher befinden sich an der Ober- und Unterseite. Das in Orange gehaltene Gitter hat sehr feine Löcher, die wie bei den meisten Smartphones dazu neigen, von kleinen Staubpartikeln mit der Zeit verstopft zu werden.

Die Verarbeitung ist sehr gut und alles sitzt bombenfest. Aufgefallen ist mir lediglich eine kleine Lücke zwischen der Glasrückseite und dem Alu-Rahmen, in der sich durchaus Schmutz ansammeln kann. Sensible Gemüter sollten das bedenken, mich störte es im Alltag jedoch nicht.

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OLED-Display der Extraklasse

Kommen wir zum wahren Highlight des ROG Phones – dem Display. Das Display hat mit 6 Zoll im 18:9-Format eine angenehme Größe und die Auflösung von 2160×1080 Pixeln führt zu einer knackig scharfen Punktdichte von 402,5 PPI. Während Smartphones normalerweise nur über Displays mit 60 Hz Bildwiederholrate verfügen, erreicht das ROG Phone hier 90 Hz – und das sogar in Verbindung mit einem AMOLED-Display. Dazu gesellen sich eine Millisekunde Reaktionszeit und HDR-Unterstützung.

asus rog phone

Diese Display-Daten sind aktuell einzigartig und ein starkes Alleinstellungsmerkmal des ROG Phones. Das Display des Razer Phone (Test) hat zwar 120 Hz-Bildwiederholrate, erreicht dies aber nur in Verbindung mit einem LCD. Ab Werk sind beim ROG Phone übrigens nur 60 Hz Bildwiederholrate eingestellt. Das lässt sich im Menü unter „Display“ und „Aktualisierungsrate“ jedoch schnell ändern. Dank der 90 Hz wirken alle Animationen, aber auch das Scrollen auf Webseiten und natürlich insbesondere Spiele butterweich und sehr flüssig. Für mich ein absoluter Kaufgrund und ich möchte es nicht mehr missen. Selbst das Wischen zwischen den Apps sieht dadurch viel besser aus als bei „normalen“ Displays – von Spielen ganz zu schweigen.

asus rog phone

Da das Display HDR-zertifiziert ist, kann es ebenfalls sehr hell leuchten. Auf höchster Helligkeitsstufe bei deaktivierter automatischer Helligkeit habe ich 380 bis 440 cd/m² gemessen. Die hellste Stelle ist unten links, die dunkelste Stelle oben rechts. Da das Display sehr hell ist, fällt die nicht ganz gleichmäßige Beleuchtung aber nicht auf. Bei aktivierter automatischer Helligkeit geht die Displayhelligkeit im starken direkten Licht sogar auf Peak-Werte von bis zu 730 cd/m² hoch. Bei normalem Umgebungslicht sind es 530 cd/m² und damit ungefähr die Herstellerangabe von 550 cd/m². Damit lässt sich das Display noch gut bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen.

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ROG UI verbindet Dark Mode mit Gaming-Oberfläche

Natürlich kommt das ROG Phone nicht mit einer Standard-Oberfläche auf Basis von Android 8.1 daher. ASUS spendiert dem Gaming-Smartphone die hauseigene ROG UI. Dadurch bekommt Android einen Gaming-Look, der aus Orange und sehr dunklem Grau besteht. Die UI versteht sich somit quasi als Dark Mode für das gesamte OS. Im normalen Modus haben die Icons zudem einen grauen Rahmen und die Symbole in der Schnellzugriff-Leiste sind orange.

Ab Werk sind diverse Apps von ASUS mit an Bord, darunter Uhr, Dateimanager, Rechner oder Themen. Unter dem letzten Punkt findet ihr verschiedene grafische Oberflächen für euer Gerät sowie Hintergrundbilder und Co. Ab Werk sind zudem die Spiele Free Fire und Asphalt 9 installiert.

In der Schnellzugriff-Leiste findet ihr außerdem einige praktische Extras. Zum Beispiel könnt ihr direkt einen Hotspot starten, HDR aktivieren oder eine Standortmeldung bei Notfällen abschicken. Natürlich findet ihr hier ebenfalls die typischen Schnellzugriffe für Bluetooth, Taschenlampe, Flugmodus, Akkumodus, Ton, WiFi oder NFC. Sehr praktisch: Es gibt sogar einen Handschuhmodus, der via Schnellzugriff aktiviert werden kann. Das ROG Phone lässt sich dadurch mit ein bisschen Übung sogar mit etwas dickeren Lederhandschuhen bedienen.

Insgesamt befinden sich in der Schnellzugriff-Leiste 31 Symbole, wobei ihr noch Funktionen hinzufügen und natürlich diejenigen entfernen könnt, die ihr nicht benötigt.

Ein besonderes Feature ist der X-Modus. Dieser lässt sich sowohl via Schnellzugriff als auch im Game Center aktivieren. Mit Hilfe des X-Modus werden alle Ressourcen auf die Leistung konzentriert, um bei Spielchen noch ein Quäntchen mehr FPS zu erreichen. Das Ganze wird optisch hervorgehoben, indem die orangen Schnellzugriff-Icons zu Rot wechseln und sich das Hintergrundbild etwas ändert. Zudem ändert sich der graue Rand der Apps zu einem roten Rand.

Im Game Center könnt ihr die Temperatur von CPU und GPU einsehen und bspw. kontrollieren, wie viel RAM von den insgesamt 8 GB aktuell belegt sind. Zudem lässt sich die Beleuchtung konfigurieren und die Geschwindigkeit des ansteckbaren Lüfters regeln. Was geht noch? Ihr könnt eure Spiele verwalten und im Profil jeweils angeben, für welche Spiele der Game Genie verfügbar sein soll, welche Spiele automatisch im X-Modus laufen sollen usw.

Apropos Game Genie. In Spielen gibt es neben den drei üblichen Menütasten einen vierte Taste am rechten Rand: den Game Genie. Über diesen könnt ihr verschiedene Werkzeuge und Einstellungen direkt im Spiel starten. Dazu zählt bspw. der Sperrmodus, der die Menütasten deaktiviert, damit ihr nicht aus Versehen zum Startbildschirm wechselt. Außerdem könnt ihr Warnungen deaktivieren und dadurch Einblendungen anderer Apps verhindern, die Helligkeit sperren, Makros anlegen, das Spiel aufzeichnen oder auch via Twitch und Youtube einen Live-Stream starten.

Des Weiteren lassen sich die sogenannten Air Trigger aktivieren. Dabei handelt es sich um zwei Tasten, jeweils eine links und eine rechts an der rechten Smartphone-Seite. Diese Tasten könnt ihr individuell für jedes Spiel belegen, was gerade bei Shootern wie PUBG Mobile sehr praktisch sein kann. Mit etwas Übung könnt ihr also gleichzeitig laufen, die Kamera drehen und schießen. Im Game Center könnt ihr sogar die Empfindlichkeit der Air Trigger auf einer Skala von eins bis neun einstellen.

Ihr merkt schon – ihr habt insgesamt sehr viele Möglichkeiten zum Rumspielen und das ROG Phone bringt zahlreiche Gaming-Features mit. Ich finde die dunkle Oberfläche generell sehr gelungen und für viele Gamer können die zahlreichen (Gaming-)Einstellungen sicherlich sehr nützlich sein. Dies gilt insbesondere für die Aufnahmefunktion, die Air Trigger und den X-Mode.

Da das ROG Phone in Deutschland nur mit 128 GB internem Speicher und nicht als Version mit 512 GB Speicher angeboten wird, wäre eine Erweiterungsmöglichkeit via MicroSD-Karte jedoch nicht verkehrt gewesen.

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Gute Hauptkamera, schwaches Weitwinkel-Objektiv

Das ROG Phone hat auf der Rückseite eine Hauptkamera mit 12 Megapixeln und ein Weitwinkel-Objektiv mit 8 Megapixeln. Die Hauptkamera verfügt über eine 1.8- und der Weitwinkel über eine 2.0-Blende. Einen optischen Zoom gibt es nicht. Mit der Hauptkamera lassen sich Videos in 4K und mit 60 FPS aufnehmen. Als Sensor kommt übrigens der Sony IMX363 zum Einsatz.

asus rog phone

Die Bilder der Hauptkamera sind für ein Gaming-Smartphone ganz gut und sollten für die meisten Standard-Smartphone-Fotografen vollkommen ausreichen. Bei aktiviertem HDR haben die Bilder selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen oft noch einen hohen Informationsgehalt. Generell entstehen selbst bei schlechteren Lichtverhältnissen gute Bilder. Nachts kommt es auf eine ruhige Hand an, denn dann braucht der Autofokus hin und wieder mal länger. Einen besseren Eindruck könnt ihr euch wie immer anhand der Beispielbilder verschaffen. Da ich das ROG Phone als primäres Smartphone genutzt habe, sind diesmal einige Bilder zusammengekommen.

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Die Kamera bringt viele Funktion mit. Neben einer Zeitlupe in FHD mit 240 FPS ist ein Pro-, ein Panorama- und ein Zeitraffer-Modus an Bord. Zudem könnt ihr sehr einfach eigene GIF-Animationen erstellen. Darf natürlich heutzutage nicht mehr fehlen: Diverse Filter und ein Beauty-Modus, mit dem ihr euer Gesicht zu einer aalglatten Anime-Fratze aufpeppen könnt.

Das 120°-Weitwinkel-Objektiv ist zwar nützlich, um besonders breite Motive aufzunehmen, allerdings lässt die Qualität der Bilder zu wünschen übrig. Neben einer gewissen Unschärfe wird es bei schlechteren Lichtverhältnissen an den Bildrändern sehr matschig und auch die Farben sind deutlich blasser als bei der Hauptkamera. Gerade Linien krümmen sich zudem teilweise sehr stark zu den Seiten hin. Die nachfolgenden Bilder zeigen den Unterschied zwischen Haupt- und Weitwinkelkamera bei gleichen Motiven.

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Auf der Vorderseite befindet sich die Selfie-Cam mit 8 Megapixeln und einer Blende von f/2.0. Die Selfie-Cam kann Videos in FHD aufnehmen und neben GIFs könnt ihr mit ihr auch Panorama-Selfies aufnehmen. Das klappt mal mehr und mal weniger gut, ist aber ein nettes Gimmick. Den Beauty-Modus inklusive Glubschaugen gibt es hier selbstverständlich auch. Unter dem Strich macht die Knipse auf der Vorderseite ganz gute Fotos.

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Unerschütterliche Leistung in allen Lebenslagen

Das wichtigste Thema beim Test eines Gaming-Smartphones: die Leistung. Da ich das ROG Phone ziemlich lange nutzen durfte, habe ich einen sehr guten Eindruck gewonnen, was das ROG Phone wirklich auf dem Kasten hat. Bevor ich also wie wild mit Benchmark-Tabellen um mich werfe, schildere ich euch meine subjektiven Erfahrungen im Alltag.

asus rog phone

Im ASUS ROG Phone sind ein vorselektierter Qualcomm Snapdragon 845 SoC, Adreno 630 und 8 GB LPDDR4X RAM verbaut. Genauso wie sich das liest, fühlt es sich auch an. Die Leistung des ROG Phones ist brachial und es absolviert jede Aufgabe mit Leichtigkeit. Anspruchsvolle 3D-Games? 50 geöffnete Apps im Hintergrund? Ich hatte in keiner Sekunde das Gefühl, dass mich das Smartphone im Stich lässt.

Ich habe unter anderem die folgenden Spiele ausprobiert: Arena of Valor, Eternium, Clash of Clans, The Room Old Sins, CSR Racing 2, PUBG Mobile, Real Racing 3, Lemmings, Xenowerk, Darkness Rises, Sky Force R., Data Wing, Command & Conquer Rivals. In allen Titeln wurde neben der höchsten Auflösung auch die beste Grafikeinstellung gewählt. Die Ladezeiten waren trotzdem immer ziemlich kurz. Selbst bei CSR Racing 2, das auf den meisten Smartphones auch bei niedrigerer Auflösung oft mit langen Ladezeiten glänzt.

Die hohe Leistung steht natürlich im Einklang mit dem 90 Hz-Display. Spiele werden nicht nur grafisch sehr gut, sondern auch butterweich dargestellt. So macht (selbst) Smartphone-Gaming Spaß. Insbesondere Rennspiele wie CSR Racing 2, aber auch MOBA-Titel wie Arena of Valor und PUBG Mobile profitieren von der flüssigen Darstellung. In Verbindung mit den Air Triggern seid ihr der Konkurrenz so deutlich überlegen.

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Diese subjektive Wahrnehmung setzt sich in den Benchmarks fort. Die habe ich übrigens im X-Modus mit dem optionalen Lüfter durchlaufen lassen. Das hat im Gegensatz zum normalen Modus und ohne ansteckbaren Lüfter tatsächlich ein paar Punkte zusätzlich gebracht. Mit diesen Extra-Punkten setzt sich das ROG Phone durch die Bank weg gekonnt an die Spitze der Benchmarks. Lediglich bei der Single Core Performance im Geekbench wird es vom Samsung Galaxy S9+ und dem Galaxy Note 9 geschlagen. Das sagt allerdings nichts aus, denn schon beim Razer Phone war die Leistung in Spielen deutlich besser als beim Galaxy Note 9.

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Die Ergebnisse aus den Tabellen sind daher wie immer mit Vorsicht zu genießen, denn hier optimieren Hersteller gerne gezielt auf bestimmte Benchmarks. Nichtsdestotrotz ist das ROG Phone neuer Spitzenreiter im 3DMark, Antutu sowie auch im Geekbench bei der Multicore Performance und im PCMark Work 2.0. ASUS hat also keine leeren Versprechungen gemacht und auch meine Alltagserfahrung zeigt: Das ROG Phone ist einfach nur sehr, sehr schnell.

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Gutes Kühlsystem und vernünftige Laufzeit

Bei dieser Leistung auf engem Raum stellt sich wie bei Gaming-Notebooks die Frage, ob ASUS an ein ordentliches Kühlsystem gedacht hat. Ähnlich wie beim Razer Phone besitzt auch das ROG Phone eine sogenannte Vapor Chamber. Was es mit dieser „Dampfkammer“ genau auf sich hat, zeigt das Video in diesem Beitrag sehr anschaulich. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei einer Vapor Chamber um eine sehr flache Heatpipe aus Kupfer, die im Inneren eine 3D-Struktur besitzt und mit etwas Flüssigkeit gefüllt ist. Diese verdampft bei hohen Temperaturen und verteilt die Wärme auf der Kupferfläche.

Wie beim Razer Phone geht das Konzept auch beim ROG Phone auf. Das Gaming-Smartphone erwärmt sich, allerdings wird es nie unangenehm warm oder sogar heiß. Im Game Center wurde bspw. nach einer kleinen Gaming-Session eine Temperatur zwischen 50 und 55°C sowohl bei CPU als auch GPU angezeigt. Wer kein Risiko eingehen möchte, kann auf den ansteckbaren Lüfter zurückgreifen. Für mich ist das Teil zwar eher Spielerei als wirklich im Alltag vonnöten, jedoch wirkt sich der Lüfter auf die Temperatur, die Ergebnisse im Benchmark und nicht zuletzt die fragenden Blicke der Leute aus, die in der Bahn neben euch sitzen. Auf der höchsten Stufe ist der Lüfter akustisch wahrnehmbar. Im Sommer fungiert er zudem als kleine Klimaanlage für die Hände.

Die Schnelligkeit fordert in Verbindung mit der hohen Bildwiederholrate natürlich einen kleinen Tribut. Obwohl im ROG Phone ein Akku mit 4.000 mAh verbaut ist, hält dieser nicht ganz so lange durch wie bspw. beim Mate 10 Pro (Test). Im Akku-Benchmark kommt das ROG Phone auf 7 Stunden und 40 Minuten und damit etwas mehr als das Razer Phone. Für ein Gaming-Smartphone ist der Wert vollkommen in Ordnung.

Abseits vom Benchmark: Im Alltag hatte ich nie das Gefühl, nicht über den Tag zu kommen. Nach einem normalen Arbeitstag – in der Redaktion also inklusive unregelmäßigem Zocken – war der Akkustand vor dem Laden nachts meistens zwischen 30 und 50%. Der Akku ist mit dem mitgelieferten 30W-Netzteil in 30 Minuten wieder auf 63% und in einer Stunde auf 90% geladen. In ca. 93 Minuten ist das ROG Phone komplett geladen.

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Satter Stereo-Klang und akzeptable In-Ear-Kopfhörer

ASUS verbaut bei dem ROG Phone zwei Lautsprecher an der Vorderseite. Trotz der kleinen Öffnungen bieten die beiden Speaker einen sehr guten Stereo-Sound, der sich neben Youtube-Videos ziemlich gut zum Zocken von Rennspielen oder anderen Titeln eignet. Bei Ego-Shootern solltet ihr natürlich am besten auf Kopfhörer zurückgreifen, damit ihr die Gegner besser lokalisieren könnt.

asus rog phone

Die Lautsprecher lassen sich ordentlich aufdrehen, wobei sie bei höherer Lautstärke wie bei den meisten Smartphones etwas schrill klingen. Wer möchte, kann die zum Lieferumfang gehörenden In-Ear-Kopfhörer benutzen. Diese sind natürlich nicht der Knaller, aber auch nicht wirklich schlecht. Mit den verschiedenen Silikon-Aufsätzen könnt ihr sie an euer Ohr anpassen. Da sie sehr leicht sind und keine speziell an die Ohrmuschel angepasste Form besitzen, sind sie zum Joggen bspw. eher nicht geeignet.

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Fazit: drei Monate unterwegs mit dem ASUS ROG Phone

Razer hat mit dem Razer Phone vorgemacht, wie man ein richtiges Gaming-Smartphone baut – ASUS legt mit dem ROG noch eine Schippe drauf: Hardware der Spitzenklasse, ein AMOLED-Display mit 90 Hz Bildwiederholrate, 1ms Reaktionszeit, 2:1-Format und einer sehr guten Helligkeit von maximal 730 cd/m². Das hört sich nicht nur zauberhaft und einzigartig an, das ist es auch.

Das ROG Phone ist durch und durch Gaming-Smartphone: kantige Linien, orange Akzente, RGB-Logo auf der Rückseite: Ja, das Razer Phone 2 hat auch ein RGB-Logo auf der Rückseite, trotzdem: Insgesamt ist das ROG Phone das deutlich verspieltere Gerät – und das muss man mögen oder eben nicht.

asus rog phone

Beim ROG Phone hört die Gaming-DNA jedoch nicht mit der Oberfläche auf. ASUS spendiert dem ROG Phone mit der ROG UI eine eigene Gaming-Oberfläche. Diese kommt quasi als Dark Mode OS daher und bietet viele nützliche Gaming-Features. Diese machen tatsächlich einen Gaming-Mehrwert aus.

Das ROG Phone setzt auf massive Leistung. Von PUBG Mobile über CSR Racing 2 bis Darkness Rises: Kein aktuelles Spiel bereitet dem ROG Phone Probleme, was auch die Benchmarks quittieren. Das ROG Phone ist neuer Spitzenreiter in unserer Datenbank. Zocken macht am ROG Phone einfach nur mächtig Spaß. Dank 4.000 mAh-Akku und effizientem Kühlsystem gelingt das unbeschwert über mehrere Stunden. Wenn ihr ungestört seid, solltet ihr auch die internen Stereo-Lautsprecher nutzen, denn für ein Smartphone klingen sie verdammt gut.

Der Lieferumfang mit brauchbaren In-Ear-Kopfhörern, optional ansteckbarem Lüfter und 30 Watt-Netzteil ist umfangreich. Die Verarbeitung ist sehr gut und dank Glasoberfläche wirkt das ROG Phone auch sehr hochwertig. Dazu passt auch das hohe Gewicht von 200 Gramm. Mit einer passenden Hülle ist das Phone jedoch ein echter Brocken.

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Und die Mankos? Ich hätte mir in der Zwischenzeit ein Update auf Android 9.0 gewünscht. Bedingt durch die Positionen der Anschlüsse harmoniert das ROG Phone zudem nicht immer mit standardisiertem Zubehör von Drittanbietern. Das Weitwinkelobjektiv ist zwar eine nette Dreingabe, die Qualität der Fotos lässt jedoch häufig zu wünschen übrig. Das gilt nicht für die Hauptkamera, mit der sich gute Fotos machen lassen.

Mich hat das ROG Phone stets sehr gut und zuverlässig durch den Alltag begleitet und mittlerweile es ist mir auch ans Herz gewachsen, obwohl das Design anfangs nicht ganz mein Fall war.

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Stand: 25. Februar 2019

Veröffentlicht von

Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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