Zwei Wochen mit dem Samsung Galaxy S10e: klein, aber oho

Zwei Wochen mit dem Samsung Galaxy S10e: klein, aber oho

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Samsung will zeigen, dass man auch jenseits des iPhones kleine Smartphones mit massig Power und einer guten Kamera finden kann. Vorhang auf für das Samsung Galaxy S10e.

Viel Leistung, eine tolle Kamera und nach Möglichkeit darf es auch nicht zu teuer sein. So würden wohl die meisten ihr ideales Smartphone beschreiben. Will ich aber einen aktuellen Prozessor und eine gute Kamera, muss ich fast zwangsweise zu den großen Smartphones greifen. OnePlus 6t (6,2 Zoll), Google Pixel 3 XL (6,3 Zoll oder auch das Huawei P20 Pro (6,1 Zoll). Von der Preisentwicklung fange ich gar nicht erst an.

Unter Android war Sony der letzte Hersteller, welcher kompakte Smartphones mit viel Leistung angeboten hat. Wenn Sony noch durchdachte Smartphones bauen würde, hätte ich mir so ein Xperia Compact sogar mal genauer angesehen.

Nachdem Andy letztes Jahr mit dem Test des Apple iPhone Xs durch war, habe ich mir das Gerät mal für eine Woche geschnappt und als primäres Smartphone genutzt. Ich war echt begeistert. Die Performance, die Kamera, und dazu noch der Formfaktor. Ein Smartphone, welches ich noch mit einer Hand bedienen kann: ich wusste gar nicht, wie sehr mir das gefehlt hat.

Genau darum war ich ja auch so auf das Samsung Galaxy S10e gespannt. Mit einem Display, welches „nur“ 5,8 Zoll groß ist und die gesamte Front einnimmt, müsste es doch wie beim iPhone Xs sein. Außerdem vereint es so viele geile Ideen: 3,5mm Klinkenanschluss, SD-Karten-Slot, kein Nonsens-Fingerabdruckscanner unterm Display. Das „e“ beim Samsung Galaxy S10e steht für „essential“. Hier hat sich Samsung auf das Wesentliche beschränkt.

Samsung Galaxy S10e vs iPhone Xs

Nach über zwei Wochen als mein täglicher Begleiter und Haupt-Smartphone gebe ich euch hier meine Meinung zum Samsung Galaxy S10e. Natürlich in Canary Yellow.

Inhalt:

Bevor ich jetzt aber gleich mit dem Test beginne. bringen wir noch schnell die technischen Daten hinter uns.

Technische Daten Samsung Galaxy S10
Software Android 9.0 „Pie“ mit One UI 1.1
Prozessor Samsung Exynos 9820 OctaCore
Grafikchip Mali-G76 MP12
Arbeitsspeicher 6 GB LPDDR4X RAM
Speicher 128 per microSD-Karte um bis zu 512 GB erweiterbar
Display 5,8 Zoll AMOLED FHD+ (2280×1080 Pixel)
19:9-Format, HDR10+, 438 PPI
Kamera Hauptkamera: 12 MP f/1.5/f/2.4 Weitwinkel + 16 MP f/2.2 Ultra-Weitwinkel
Frontkamera: 10 MP f/1.9
Video Hauptkamera: bis 4K UHD 60 FPS HDR10+
Frontkamera: Bis 4K UHD
Anschlüsse USB 3.1 Gen 1 (Type-C)
3,5mm Klinkenanschluss
Besonderheiten Fingerabdrucksensor im Power Button, IP65 und IP68 zertifiziert
SIM Nano-SIM
Konnektivität Gigabit LTE, HSPA+, HSUPA, UMTS, EDGE, GPRS
WLAN 802.11 a/b/g (2,4 GHz), Wi-Fi 4/Wi-Fi 5/Wi-Fi 6 (2,4 GHz + 5 GHz), HE80, MIMO, 1024-QAM, Wi-Fi Direct, WLAN-/USB-/Bluetooth-Tethering
MirrorLink, Download-Booster, NFC, Android Beam, Smart Switch, Smart View, GPS, GLONASS, Beidou, Galileo
Bluetooth 5.0, A2DP, AVRCP, DI, HFP, HID, HOGP, HSP, MAP, OPP, PAN, PBAP
Akku 3100 mAh; Schnellladen/induktives Schnellladen
Maße 142,2 x 69,9 x 7,9 mm
Gewicht 150g
Preis UVP 749 Euro
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Lieferumfang und Design

Typisch für Samsung ist die kleine Box randvoll mit Zeug. Konkret gibt es:

  • Smartphone
  • Netzteil
  • Lade-/Datenkabel
  • AKG In-Ear-Kopfhörer
  • Papierkram
  • Sim-Karten-Nadel
  • USB Typ-A auf USB Typ-C Adapter

Der zuletzt erwähnte Adapter dient der einfachen Übertragung eurer Daten von einem alten Smartphone zu eurem neuen Samsung Galaxy S10e, Das geht schnell und einfach und auch wenn ihr eure Apps neu einrichten müsst, werden sie zumindest schon mal installiert. Ebenfalls werden Nachrichten, WLAN-Passwörter und Anrufprotokolle übertragen.

Das Galaxy S10e fühlt sich großartig in meine Hand an. Es ist leicht, hochwertig und lag nach zwei Minuten fast das erste Mal auf dem Boden. Wie alle modernen Smartphones ist der kleine Bruder des Galaxy S10 spiegelglatt. Ich kann kaum zählen, wie oft es mir immer mal wieder fast aus der Hand gerutscht ist. Ich empfehle daher dringend ein Case oder eine Hülle. In vielen frühen Unboxing-Videos zum Galaxy S10e hat man ein Case gesehen, welches zum Lieferumfang gehört. Bei der regulären Verkaufsversion gibt es dieses Case nicht.

Wie auch bei seinem großen Bruder, ragt auch beim Galaxy S10e die Kamera etwas auf der Rückseite heraus: etwa einen halben Millimeter. Das Smartphone wackelt aber nicht, wenn ich es flach auf den Tisch lege.

Auf der linken Seite des Geräts gibt es die Lautstärkewippe und den Bixby-Button. Auch wenn man Bixby nicht komplett los werden kann, kann man einstellen, dass er euch nicht nervt. Dann existiert er zwar weiter, aber ihr müsst ihn nicht sehen.

Auf der Unterseite gibt es den 3,5mm Klinkenanschluss, USB Typ-C-Anschluss und einen Lautsprecher. Alles ist klasse verarbeitet und sauber entgratet. Scharfe Kanten sucht man hier vergebens.

Auf der rechten Seite befindet sich noch den Powerbutton mit dem eingebauten Fingerabdrucksensor. Die Position des Sensors ist am oberen Ende des Geräts. Damit erreiche ich ihn mit dem Daumen meiner rechten Hand ganz gut. Mit dem Zeigefinger der linken Hand ist es schon etwas schwieriger. Für meine normal großen Hände hätte die Taste einfach ein Stück nach unten gekonnt.

Zusätzlich verfügt das Samsung Galaxy S10e auch über Dual-SIM. Etwas unansehnlich macht mich Samsung auf der Rückseite mit dem „DUOS“-Schriftzug darauf aufmerksam. Es handelt sich dabei aber auch nur um einen Hybrid-Slot. Entweder kann ich also zwei SIM-Karten gleichzeitig nutzen oder halt eine SIM-Karte und eine microSD-Karte. Bei 128GB internen Speicher habe ich mich für die Option mit zwei SIM-Karten entschieden. Scheinbar verbaut nur noch Motorola richtiges Dual-SIM, wo zwei SIM-Karten und eben eine microSD-Karte gleichzeitig möglich sind.

Die Farbe „Canary Yellow“ ist leider nicht ganz so cool, wie ich es erhofft hatte. Sie fällt ohne Frage auf, aber irgendwie erinnert sie mich nach ein paar Tagen doch sehr an eine drecke Neonjacke.

Display

Das Display ist ein Traum. Samsung kann einfach geniale OLED-Panels bauen. Die Farben sind ab Werk kräftig aber natürlich. Wer dagegen auf maximal Bonbon-Knalleffekt stellt, kann das in den Einstellungen auch noch korrigieren.

Von den drei Galaxy S10 Modellen hat das S10e die geringste Pixeldichte. Mit 438ppi ist sie aber immer noch so groß, dass ich auch bei genauerem Hinsehen keine einzelnen Pixel oder einen Treppeneffekt erkennen kann. Alle getesteten Inhalte wirkten auf mich gestochen scharf. Gleichzeitig ist das Display sehr blickwinkelstabil, Ich kann wirklich nichts Schlechtes über den Screen des Galaxy S10e sagen. Naja, mit der Ausnahme des Lochs.

Samsung hat dem Trend zur Notch nie mitgemacht. Auch bei der ganzen Galaxy S10-Familie, gibt es keine Auskerbung am oberen Displayrand. Stattdessen gibt es eine lochförmige Aussparung, durch die die Frontkamera(s) arbeiten kann. Auch wenn das Internet mit hunderten passenden Wallpapern aufwarten kann, habe ich mich auch nach zwei Wochen nicht daran gewöhnt, dass meine Akku- und Empfangsanzeige nicht ganz in der oberen rechten Ecke sitzen.

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Performance

Samsungs neuer Prozessor, der Exynos 9 (9820), werkelt in allen drei Samsung Galaxy S10 Modellen. Zumindest in Europa. In den USA gibt es den neuen Snapdragon 855. Der soll ja noch mehr Wumms haben als der Exynos 9, aber das nur am Rande.

Samsungs neuer Prozessor performt großartig. Egal was ich ihm entgegen werfe, er verarbeitet schnell und gibt mir mein Ergebnis zurück. Für den normalen Arbeitsalltag ist er auch schon mehr als überdimensioniert. Wer nur E-Mail, Chrome, Facebook und YouTube auf seinem Smartphone nutzt, schießt mit dem Exynos 9 (9820) mit Kanonen auf Spatzen. Zusammen mit den 6GB Arbeitsspeicher kann das Samsung Galaxy S10e wahrscheinlich gut für 2-3 Jahre oder vielleicht sogar noch länger genutzt werden.

Natürlich gibt es auch die ganzen üblichen Benchmarks. Die haben mit der Realität etwa so viel gemein, wie die Bilder von Picasso, aber sie gehören dazu, um eine Vergleichbarkeit zu bekommen. Beim Antutu-Benchmark musste sich beispielsweise das Galaxy S10e nur seinem großen Bruder und dem iPhone Xs geschlagen geben.

Der Fingerabdrucksensor funktioniert gut. Ich würde ihn fast auf eine Stufe mit meinem alten Huawei P10 stellen. Das ist eine klasse Leistung, denn viel besser als beim P10 sind Fingerabdruckleser nicht geworden. Mein Galaxy S10e entsperrt mit dem Daumen immer beim ersten Versuch. Beim Zeigefinger kommt es auf den Winkel an, mit dem ich den Sensor erwische.

Software

Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 9.0 „Pie“ zum Einsatz. Darüber zwängt Samsung seine eigene neue Oberfläche namens One UI 1.1. Persönlich mag ich mein Android gerne sehr unverbastelt. Gerade wenn man von einem Google Pixel oder einem OnePlus kommt, wird euch das auffallen. Wer seit Jahren Samsung Smartphones verwendet, wird sich auch mit One UI auf Anhieb zurechtfinden.

Punktabzüge gibt es bei der Bloatware. Jenseits von Facebook, Spotify und diversen Microsoft-Apps pflastert Samsung auch noch mehrere eigene Apps samt Appstore mit auf das Gerät. Nichts davon kann gelöscht werden, nur „deaktiviert“. Ja danke für nichts Samsung.

Samsungs Tastatur nervt ebenfalls ordentlich. Das deutsche Tastaturlayout hat die Umlaute dauerhaft als eigenständige Tasten eingeblendet. Damit rücken alle anderen Tasten weiter zusammen, was die Gefahr von Tippfehlern erhöht. Ladet euch also eine andere Tastatur runter, wenn ihr das vermeiden wollt.

Kamera

Bei der Kamera habe ich mich auf drei Szenarien beschränkt: draußen bei normalem Licht, draußen bei Zwielicht/Dunkelheit und drinnen bei künstlichem Licht. Alle Fotos sind nur mit minimalem oder ohne Zoom aufgenommen und im Automatikmodus geknipst. So wie die meisten Menschen halt ihre Bilder mit dem Smartphone machen. Das Samsung Galaxy S10e erkennt aber auch, wenn ihr Fotos bei Dunkelheit aufnehmen wollt und passt die Belichtungszeit entsprechend an. Wer möchte kann auch seine Fotos im „Pro“-Modus schießen und hier von der ISO über die Blende bis zum Autofokus alles einstellen.

Draußen bei Licht macht die Dual-Kamera des Galaxy S10e großartige Bilder. Auch viele feine Details lassen die Bilder nicht rauschen. Gerade bei vielen dünnen Ästen oder einem Haufen von Blättern, sind trotzdem noch alle Ecken und Spitzen zu erkennen.

Wenn die Sonne sich senkt, schnappt sich die Kamera jedes bisschen Licht und hellt die Bilder ordentlich nach. Dadurch kann man aber auch dann das erste Rauschen und damit auch Matschen in den Bildern erkennen. Wenn die Sonne dann komplett weg ist, wird es aber kritisch. Das Google Pixel 3 XL und das Huawei Mate 20 würden über solche Aufnahmen nur müde lächeln, Trotzdem sind die Nachtaufnahmen als Ganzes passable.

Bei geschlossenen Räumen mit künstlichem Licht zeigt das Galaxy S10e wieder seine Stärke. Da rauscht nichts und da matscht auch nicht und auch feine Details sind zu erkennen.

Die Kamera des Galaxy S10e macht gute Bilder. Bei Dunkelheit mag sie gegen die Konkurrenz unterliegen, rockt dafür bei Licht aber ordentlich.

Sound

Die Sprachqualität beim Telefonieren ist auf einem Level mit all den anderen Top-Smartphones. Mein Gegenüber und ich haben uns jedenfalls immer gut verstanden.

Wie schon eingangs erwähnt, hat das Samsung Galaxy S 10e auch einen 3,5mm Klinkenanschluss und dafür gibt es dicke Pluspunkte von mir. Ich mag es, wenn mir ein Hersteller noch die Wahl lässt, ob ich ein kabelgebundenes Headset verwenden will oder doch lieber mein Bluetooth Headset benutzen möchte.

Der Klang über die mitgelieferten AKG-Kopfhörer ist ähnlich wie bei denen im letzten im letzten Jahr, wie zum Beispiel beim Galaxy S9. Für In-Ears klingen sie ganz gut und haben ein ausgegliches Klangbild. Ich bevorzuge aber weiterhin meine guten Over-Ears.

Beim Sound ohne Kopfhörer liefert das Samsung Galaxy S10e dagegen richtig ab. Die beiden Lautsprecher werden laut, ohne dabei zu verzerren. Ab der Hälfte der Lautstärke fängt aber die Rückseite an leicht zu vibrieren. Für normale Videos muss ich aber nicht mal bis zur Hälfte aufdrehen. Das Klangbild selbst ist dabei auch hier neutral, tendiert aber zur wärmeren Seite. Für ein kurzes Video von Twitter oder YouTube reicht es locker.

Akku

Bei der Akkulaufzeit steckt das kleine Galaxy S10e große Teile der Konkurrenz in die Tasche. Mit 9:44 Stunden im Akku-Benchmark liegt die Akkulaufzeit über dem Galaxy S9+, dem Google Pixel 3 XL und dem Nokia 8. Dabei hat das kleine Galaxy S10e „nur“ einen 3100mAh-Akku.

Im Alltag relativiert sich das aber auch wieder etwas. Das Galaxy S10e hat mich auch über lange Tage gebracht. Allerdings hat es auch öfter Abends die 15% Akku-Marke erreicht und dann nach einer Steckdose verlangt. Als Vergleich: mein OnePlus 6t hat Abends meist noch so 30-35% seiner Akku-Ladung übrig. Trotzdem wird die Akku-Leistung für die meisten Nutzer ausreichend sein.

Fazit zum Galaxy S10e

Das Samsung Galaxy S10e ist ein geniales kleines Telefon, dass mir auch nach zwei Wochen keine richtigen Schwächen offenbart hat. Es rennt, macht tolle Fotos, hat viel Speicher und kann mit so ziemlich allem umgehen, was ich ihm abverlange. Obendrauf passt es auch einfach in fast jede Tasche.

Mit seinem 3,5mm Klinkenanschluss, Dual-SIM-Support, der guten Kamera und dem kleinen Formfaktor gebe ich das Gerät wirklich ungern wieder her. Im Bereich Android wüsste ich auch kein anderes Smartphone, welches es mit der Ausstattung des Galaxy S10e aufnehmen kann und dabei den kleinen Formfaktor bietet.

Der Preis für das Gerät liegt derzeit bei 750€ und erscheint mir in Anbetracht der Leistung fair. Sollte der Preis in den kommenden Monaten noch unter die Marke von 600€ fallen, ist das Samsung Galaxy S10e ein absoluter no-brainer. Vielleicht dann halt nicht in der Farbe Canary Yellow.

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